Kunststoff = Komposite Füllungen sind schon im Fadenkreuz

Wie konnte das passieren? Mir ist eine wichtige Untersuchung an echten Menschenzähnen in richtigen Mündern entgangen. Die Arbeit wurde 2001 veröffentlicht und ist eine Gemeinschaftsproduktion der Universitäten Birmingham, Großbritannien und Marseille, Frankreich. Der Titel heißt "Restorative pulpal and repair Responses". Es geht um die Frage, was passiert wirklich im sogenannten "Zahnnerv" (für die mitlesenden Kollegen: Pulpa, Odontoblasten, Tertiärdentin), wenn man Zähne mit verschiedenen Materialien füllt.

Methode: 272 unbeschädigte Prämolaren von 135 Kindern, die aus kieferorthopädischen Gründen entfernt werden sollten, wurden im Mund der Patienten mit unterschiedlichen Materialien gefüllt. Dazu bohrten Zahnärzte 1 mm über der Schmelzzementgrenze Löcher in die Zähne und füllten die Zähne genau nach Herstellervorschrift. Die Zähne wurden im Schnitt nach 63 Tagen Tragezeit gezogen und dann für die Untersuchungen aufbereitet.

Ergebnis:

Diese Tabelle ist eine klare Ansage an die Kunststoff-Befürworter. Kunststoff = Komposite ist definitiv nicht bakteriendicht. Wer sich die Mühe macht, und die Untersuchung komplett liest, wird feststellen, dass insgesamt 4 verschiedene Komposites mit den dazugehörigen Bondern getestet wurden. Man kann also nicht davon ausgehen, dass hier nur die Versagermaterialien zum Einsatz kamen.Die klaren Gewinner in diesem Test sind 1.) kunststoffmodifizierter Glasionomerzement und 2.) Zinkoxyd-Eugenol. Für die Ganzheitler noch folgende Information: Zinkoxyd-Eugenol ist stark zytotoxisch, genau deswegen ist es bakteriendicht.

Fazit: Wer Komposite in kariesaktive Münder (Jugendliche, Saftmißbraucher, Kinder) einbaut, ist nicht ganz gut informiert.

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