M-TMD Patientinnen häufiger depressiv

Bewerte diesen Beitrag

verteilungDiagramm aus der zitierten Arbeit. Gezeigt wird die Verteilung der 317 Patienten (M: 75, F: 242) auf die Diagnose Klassen 1 bis 3 nach RDC/TMD. Beim hier gewählten Patientengut (relativ jung) entfallen mehr als die Hälfte auf die Klasse 2 = verlagerte Kiefergelenkscheibe, etwa ein Drittel auf die Klasse 1 = M-TMD und der Rest auf die Klasse 3 = degenerative Gelenkserkrankungen z.B. Osteoarthritis.

Anmerkung von mir Joachim Wagner, Zahnarzt: Typisch ist eine Verteilung im allgemeinen Patientengut von etwa 50 % Klasse 1, ein Drittel Klasse 2 und die Klasse 3 wie oben.

 


 

J Craniomaxillofac Surg. 2012 Jun;40(4):366-72. doi: 10.1016/j.jcms.2011.05.018. Epub 2011 Jul 13.

Klinische Untersuchung der Patienten mit Kiefergelenk-Erkrankungen  mit Hilfe der Forschungs Diagnose Kriterien (Achse II) für TMD: Vorstudie.

Quelle

Department of Oral and Maxillofacial Surgery, Seoul National University Bundang Hospital, Seoul, Republic of Korea.

Zusammenfassung

Das Ziel dieser Studie war es, die unspezifischen körperlichen und psychischen Symptome bei Patienten, die an Kiefergelenk Störungen (TMD) litten, mit den Forschungs- und Diagnosekriterien (Axis II) für TMD Diagnose (RDC / TMD) zu untersuchen.

Studiendesign:

Insgesamt 317 Patienten wurden eingeschlossen (M: 75, F: 242). Die Anzeichen und Symptome von körperlichen, psychischen und Verhaltensstörungen wurden durch Fragebögen aus der RDC / TMD ermittelt. Die Patienten wurden durch klinische und radiologische Verfahren untersucht und erhielten alle vom gleichen Ermittler ihre Diagnose. Die Patienten wurden in 3 verschiedene Gruppen wie aufgeteilt:
Die Osteoarthritis (Gruppe 1), die interne Verlagerung der Gelenkscheibe (Gruppe 2) und das myofasciale Schmerzsyndrom  Gruppe (MPDS, Gruppe 3)

ERGEBNISSE:

Bei der Analyse von Depressionen und vegetativen Symptomen zeigten sich die Patienten mit einer internen Gelenkscheiben Verlagerung im hohen Maß „normal“. Bei Patienten mit MPDS, schienen sie dagegen stark zu leiden. Bei unspezifischen körperlichen Symptomen, gab es bei Patienten mit MPDS häufiger Schwerbetroffen. Bei Patienten im Alter von 25 Jahre oder jünger, war die interne Störung (der Gelenkscheibe) die größte Gruppe, während die Arthrose-Gruppe die größte Gruppe war für Personen über 40 Jahre alt. Bei der Auswertung von Depressionen und vegetativen Symptomen zeigte die interne Störung Gruppe relativ normale Werte während die der MPDS Gruppe  im Vergleich ernste Ausmaße aufwies.

FAZIT:

Nach dem Ergebnis dieser Studie zeigte die MPDS Gruppe mehr schwere depressive und unspezifische körperliche Symptome als die interne Gelenkscheib Verlagerungs Gruppe. Wenn über eine TMD Diagnose und Behandlung entschieden wird, scheint es wichtig zu sein, die psychometrischen Eigenschaften und unspezifische körperliche Symptome zu analysieren.

Copyright © 2011 European Association for Cranio-Kiefer-und Gesichtschirurgie. Veröffentlicht von Elsevier GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


 

 

J Craniomaxillofac Surg. 2012 Jun;40(4):366-72. doi: 10.1016/j.jcms.2011.05.018. Epub 2011 Jul 13.

Clinical survey of the patients with temporomandibular joint disorders, using Research Diagnostic Criteria (Axis II) for TMD: preliminary study.

Source

Department of Oral and Maxillofacial Surgery, Seoul National University Bundang Hospital, Seoul, Republic of Korea.

Abstract

PURPOSE:

The purpose of this study was to investigate the nonspecific physical and psychological symptoms in patients who suffered from temporomandibular joint disorder (TMD) using the Research Diagnosis Criteria (Axis II) for TMD diagnosis (RDC/TMD).

STUDY DESIGN:

A total of 317 patients were included (M: 75, F: 242). The signs and symptoms of physical, psychological and behavioral factors were evaluated using questionnaires in the RDC/TMD. The patients were examined through clinical and radiological method and diagnosed by the same investigator. Patients were divided into 3 different groups such as: the osteoarthritis group (group 1), the internal derangement (group 2) and the myofascial pain dysfunction syndrome group (MPDS, group 3).

RESULTS:

In the analysis of depression and vegetative symptoms, patients in the internal derangement group revealed a high ratio of ’normal‘. In patients with MPDS, they appeared to suffer highly. According to nonspecific physical symptoms, there have been tendencies of a higher ratio of ’severe‘ patients with MPDS. In subjects aged 25 years or younger, the internal derangement group was the greatest, while the osteoarthritis group was the greatest for subjects over 40-years old. In the evaluation of depression and vegetative symptoms, the internal derangement group showed a relative normal value while the MPDS group showed a serious extent in comparison.

CONCLUSION:

According to the result of this study, MPDS group showed more severe depressive and nonspecific physical symptoms than internal derangement group. When making TMD diagnosis and treatment, it is thought to be important to analyze psychometric properties and nonspecific physical symptoms.

Copyright © 2011 European Association for Cranio-Maxillo-Facial Surgery. Published by Elsevier Ltd. All rights reserved.

PMID:
21745749
[PubMed – indexed for MEDLINE]

 


 

 

Kommentar

Hier wird gezeigt, wie RDC/TMD angewendet wird. Bevor wir irgendwelche Aussagen über Schmerzen, Gelenke und Gelenksbahnen machen, müssen wir die Patienten fein säuberlich in die 3 groben Kategorien a) Gelenkscheiben Verschiebung, b) M-TMD = mehr oder weniger reine Schmerzfälle ohne Gelenk und c) degenerative Gelenkserkrankungen z.B. Rheuma sortieren.

Wozu das gut ist?

  1. M-TMD Fälle haben so gut wie immer eine psychiatrische Komponente, siehe oben
  2. Gelenkscheiben Fälle so gut wie nie
  3. Bei M-TMD Fällen wirken Schienen nicht, siehe hier
  4. M-TMD Fällen bleiben chronisch
  5. Gelenkscheiben Verschiebungen schmerzen nur akut für maximal Monate
  6. Verwechselt man als Behandler das eine mit dem anderen, kommt man in Teufels Küche

 

Kommentar verfassen