Ungefähr 4% bis 12% Ruhe- und Bewegungsschmerz

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Zitat aus dem Buch „Gesichts- und Kopfschmerzen aus interdisziplinärer Sicht“ von Hugger, Göbel, Schilgen, Springer-Verlag, 2006, Seite 15 unter der Überschrift „Temporomandibuläre Dysfunktionen (TMD)“:

„… Eine Übersichtsarbeit von Drangsholt und Le Resche (<--Tippfehler im Buch, die Frau heißt Linda LeResch) 1999 zeigt, dass die in der internationalen Literatur auf die erwachsene Bevölkerung bezogenen Prävalenzangaben zwischen 2 und 6% für bewegungsassoziierte Schmerzen sowie zwischen 4 und 12% für die Gesamtprävalenz des Ruhe- und Bewegungsschmerzes schwanken. ..." Das Kapitel beginnt mit dem Satz: „Störungen und assoziierte Schmerzen im Bereich der Kiefergelenke und der Kiefermuskulatur, für deren Bezeichnung zahlreiche diagnostische Synonyme verwendet werden (u.a. Myoarthropatien des Kausystems … sind aus epidemiologischer Sicht vergleichsweise gut untersucht. …“ Was denn nun? Epidemiologisch gut untersucht und weiß aber nicht ob es 4% der Bevölkerung trifft oder 12%? Habe ich etwas überlesen, oder wissen die Autoren (Dr. C.O. Schmidt und Dr. T.Kohlmann) es doch nicht so genau? Hier klafft ein Lücke zwischen dem staatsmännischen Schreibstil und den Fakten. Dazu paßt die knappstmögliche Erwähnung der Tatsache, dass die Schmerzen mit der Bewegung des Unterkiefers häufig nichts zu tun haben. Die konkreten Zahlenangaben lassen immerhin die Vermutung zu, dass mindestens die Hälfte der „Myoarthropatien“ gar keine sind. Das läßt Einblicke zu: lieber nicht zu dicht in das Thema einsteigen, denn dann müßte ex cathedra (vom Lehrstuhl aus) zugegeben werden, wie wenig wir wirklich darüber wissen. Schade, wieder eine verpaßte Chance.

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