Bei Kiefergelenkschmerzen sind P2X Rezeptoren und ATP beteiligt

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Originaltitel: Evidence for the involvement of endogenous ATP and P2X receptors in TMJ pain
Autoren: Oliveira, Palada, Veiga, Rodrigues, Barros, Tambeli

Laboratory of Orofacial Pain, Department of Physiology, Faculty of Dentistry of Piracicaba, University of Campinas – UNICAMP, Limeira Av, 901 Zip Code, 13414-900, Piracicaba, SP, Brazil.

Es mehren sich die Beweise, die ATP (Adenosintriphosphat = Energieträger Nummer 1) als wichtige Substanz beim Starten von Schmerzen durch Andocken an den P2X Rezeptor von nozizeptiven afferenten Nervendigungen (Schmerznervenfasern) erkannt haben. Um zu untersuchen, ob dieser Rezeptor eine Rolle im TMJ (um das Kiefergelenk herum) Schmerz spielt, untersuchten wir die Anwesenheit des P2X Rezeptors im TMJ Gebiet der Ratte durch die Verhaltensbeobachtung nach einer Gabe von alpha,beta-methylene ATP (alpha,beta-meATP) in den Bereich. Alpha,beta-meATP ist ein selektiver P2X Agonist (genau auf P2X passender Schlüsselstoff). Die Beteiligung des körpereigenen ATP bei der Entwicklung einer entzündlichen TMJ Schmerzüberempfindlichkeit wurde auch ermittelt durch die Testung des P2 Rezeptor Antagonisten (Ausschalters) pyridoxal-phosphate-6-azophenyl-2′,4′-disulphonic acid (PPADS) bei einer gleichzeitig durch Carrageenan induzierten TMJ Entzündung.

Resultat: Alpha,beta-meATP verursacht eindeutige Schmerzäußerungen bei den Tieren, die durch gleichzeitige Gabe von lidocaine N-ethyl bromide quaternary salt, QX-314, (2%) oder von P2 Rezeptor Antagonist PPADS signifikant (deutlich erkennbar) reduziert wurde.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass es im TMJ Bereich P2X Rezeptoren an Nervendigungen geben muss und dass möglicherweise körpereigenes ATP eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Schmerzen zukommt.

Fazit für den Zahnarzt:  Es hat viel Biochemie, dazu auch sonst viele unbekannte Sachen und kein bißchen Okklusion. Ob es uns gefällt oder nicht, wir werden umlernen müssen. Übrigens: das P2X Rezeptorensystem sollten Sie sich auf jeden Fall merken. Nackenschmerzen und TMD (CMD) haben damit zu tun.

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