Diamantbohrer im Zahnzwischenraum verletzen 50% der Nachbarzähne

Der hochtourige diamantbelegte Schleifkörper gehört zum Zahnarzt, wie der der Hammer zum Schmied. Ob es Zahnschmelz ist, oder Amalgam oder sonstige harte Materialien, zum Diamant gibt es im Mund keine wirkliche Alternative, Laser eingeschlossen.

Der Haken an diesem Instrument ist allerdings, dass er auch schnell Schaden anrichten kann. Seit etlichen Jahren wird dieses Thema auch wissenschaftlich bearbeitet. Hier sind die Kurzzusammenfassungen von 2 typischen Studien:

  • Medeiro und Seddon, London, untersuchten Silikonabdrücke von Kiefern, in denen kurz zuvor Klasse 2 Füllungen (das sind Füllungen, die in den Zahnzwischenraum reichen) angefertigt wurden. Ergebnis: 49% aller Nachbarzähne wiesen Schleifverletzungen auf. Bei erfahrenen Zahnärzten war die Quote 60%, bei Anfängern deutlich niedriger.
  • Quist und Johannesen, Kopenhagen, gingen der Frage nach, a) wie hoch ist die Verletzungsquote im Zahnzwischenraum bei Jugendlichen, und b) wie hoch ist das Erkrankungsrisiko des Nachbarzahns zur gelegten Füllung in Abhängigkeit vom Verletzungszustand. Ergebnis: a) 64% -69% aller gesunden Nachbarzähne werden im Zahnzwischenraum beim Bohren mit dem rotierenden Diamant verletzt und b) wenn der Nachbarzahn verletzt wurde kam es zu nachfolgender Karies an 15% der Zähne, im Gegensatz zu unverletzten mit 6%, im Beobachtungszeitraum.

Empfehlung: um der Gefahr einer iatrogenen (arztverursachten) Schädigung der Nachbarzähne aus dem Wege zu gehen, sollte a) das Schleifen im Zahnzwischenraum so gering wie möglich gehalten werden, b) oder statt rotierender Diamanten oszillierende Instrumente (z.B. von Sonicflex von Kavo) verwendet werden.

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