Ibuprofen erfolgreich gegen Alzheimer

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Ibuprofen modifies cognitive disease progression in an Alzheimer’s mouse model.

Laboratory of Neurochemistry and Behaviour, Institute Born-Bunge, University of Antwerp, Department of Biomedical Sciences, Wilrijk, Belgium.

AbstractProlonged use of non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) may reduce the risk of developing Alzheimer’s disease (AD) and delay disease onset. Negative results of clinical AD trials were rationalised by the discovery that certain NSAIDs reduce amyloid-beta1-42 (Abeta1-42) peptide production, the proposed central culprit in AD pathophysiology and main constituent of amyloid plaques, whereas other compounds do not affect Abeta levels. Latter observations motivated further in-vitro and in-vivo research regarding the applicability of NSAIDs in treating and/or preventing AD. We used the age-dependent cognitive decline in the APP23 transgenic mouse model for AD to evaluate disease-modifying efficacy of chronic ibuprofen treatment at the cognitive level. At age 6 weeks, heterozygous APP23 mice and control littermates were subcutaneously implanted with osmotic pumps delivering saline or ibuprofen (50 mg/kg daily). After 2 months of treatment, a 3-week washout period prevented bias from potential symptomatic effects before cognitive evaluation commenced. Ibuprofen-treated APP23 mice performed significantly better than their sham-treated counterparts and almost attained the same level of performance as control animals on a complex visual-spatial learning task. This study clearly reports disease-modifying efficacy of ibuprofen at the cognitive level in transgenic mice modelling AD.

 


Übersetzung

Ibuprofen verlangsamt den Fortschritt der Denkerkrankung in einem Maus Modell von Alzheimer

Van Dam D, Coen K, De Deyn P.

Laboratory of Neurochemistry and Behaviour, Institute Born-Bunge, University of Antwerp, Department of Biomedical Sciences, Wilrijk, Belgium.

Der verlängerte Gebrauch von nicht steroidalen anti inflammatorischen Drugs (NSAIDs) könnte das Risiko verringern an Alzheimer (AD) zu erkranken und dessen Beginn verzögern. Entsprechende Ergebnisse von klinischen AD Versuchen wurden verständlich durch die Entdeckung, dass bestimmte NSAIDs die Produktion des Eiweißes Amyloid Beta1-41 (Abeta1-41) reduzieren, von dem man annimmt, dass es im Zentrum der AD Krankheitsentwicklung steht und der Hauptbestandteil der amyloiden Plaques darstellt. Andere Schmerzmittel haben diesen Effekt nicht.
Spätere Beobachtungen motivierten zusätzlich die im-Reagenzglas und im- Lebendorganismus Forschung hinsichtlich der Verwendbarkeit von NSAIDs zur Behandlung und oder Verhinderung von AD voranzutreiben.

Wir verwendeten hier die altersabhängige abfallende Intelligenz von APP23 transgenischen Mäusen für AD (Mäuse mit eingeschleusten Erbinformationen vermutlich vom Mensch), um die krankheitsbeeinflussende Effizienz einer Dauer Ibuprofen Behandlung auf den Intelligenz Grad zu bestimmen. Im Alter von 46 Wochen erhielten die APP23 Mäuse und Kontrollmäuse eine unter die Haut implantierte Pumpe, die entweder Kochsalzlösung oder den Wirkstoff Ibuprofen (50 mg/kg täglich) freisetzte. Nach 2 Monaten Behandlung wurden die Pumpen entfernt, um den Wirkstoff aus dem Körper auszuwaschen, damit mögliche symptomatische Effekte durch Ibuprofen nicht in den folgenden Intelligenz Tests erschienen.
Die mit Ibuprofen behandelten APP23 Mäuse schnitten signifikant besser ab als ihre nur pumpenbehandelten Kollegen und erreichten fast den gleichen Leistungslevel wie normale Kontrollmäuse in diesem Alter in einer komplexen Seh und Raum Lernaufgabe. Diese Studie zeigte klar den krankheitsbeeinflussenden Effekt von Ibuprofen auf die Intelligenz von transgenischen Maus Modellen für Alzheimer.

 

Kommentar: Natürlich ist auch dieser Versuch wieder ein Mosaiksteinchen in meinem Feldzug für den intelligenten Einsatz der Pharma. Wer von sich sagt "ich nehme keine Pillen", mag ja ein beneidenswert gesunder Mensch sein. Leider trifft das aber eben auf die Mehrheit von uns Normalos nicht zu. Panikmache bei der Pilleneinnahme ist aber in Deutschland das eher größere Problem, als der zu kritiklose "Konsum". 

Übrigens: die Dosierung da oben läuft darauf hinaus, dass Sie mit 50 Jahren  täglich 6 Stück (!) 400mg Ibuprofen verzehren. Daran muss sicher noch gearbeitet werden.

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