Zahnfilm DE Werkzeug

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20081208.jpgDiese Collage aus 4 Ausschnitten des gleichen Fotos soll die optischen Möglichkeiten der Neuerwerbung von Zahnfilm DE verdeutlichen. Links oben sind 2 1/2 Zähne in einem Bild zu erkennen und und die 3 übrigen Teilbilder zeigen jeweils im Uhrzeigersinn stärker gezoomte Ausschnitte des mittleren Zahns. Links unten ist die optische Auflösungsgrenze des Kamerasensors erreicht. 

Gezeigt wird hier übrigens das 1-Jahr Ergebnis von Ketac molar (konventioneller Glasionomerzement) in den ausgehöhlten Dentinkuhlen eines Hardcore (HC) Knirschers der Oberkiefer Frontzähne. Der Vergrößerungsfaktor gegenüber der Originalgröße beträgt in der höchsten Stufe übrigens 50 : 1. Das können Sie leicht nachprüfen.  In der niedrigsten Vergrößerung ist noch der ganze Zahn 12 (ein oberer seitlicher Schneidezahn) im Aufbiss abgebildet. Dessen Durchmesser, zwischen den Nachbarzähnen gemessen, liegt bei etwa 6 mm. Der Anteil der Schmelzschicht an den 6 mm übersteigt keine 2 mal 10%, was pro Schmelzschicht 0,6 mm ausmacht. Links unten in der Collage wird dieses Stück Schmelzschicht auf einem durchschnittlichen Monitor auf 30 mm Stärke aufgeblasen, also 50 : 1.

Das tragbare Auflicht Mikroskop sieht so aus:

sany0027.jpgEs handelt sich um eine handelsübliche  Spiegelreflex Kamera (hier Nikon D60) mit einem derzeit aktuellen Aufnahme Chip von etwa 10 Mio. Pixel. Das beeindruckend große Teil vor der Kamera ist der wichtigere Part.

sany0030.jpg

  Vor die Kamera ist ein 105-er Spezial Makro Objektiv (Micro Nikor) geschraubt und dazu befindet sich zwischen dem Makro Objektiv und der Kamera noch ein Extentionsring, der nichts weiter tut, als den Abstand zwischen Objektiv und Kamera zu erhöhen. Das Objektiv stammt noch aus vollmechanischen Zeiten, hat also mit Automatik überhaupt nichts am Hut. Obwohl die Kamera mit allen Raffinessen zum Messen der Schärfe und Belichtung ausgestattet ist, ist bei diesem Objektiv ausschließlich der Kameramann gefragt, die Schärfe, als auch die Blende (!) per Hand einzustellen.

sany0028.jpgVor dem Objektiv befindet sich ein einfacher Ringblitz, der theoretisch von der Kamera belichtungsgesteuert werden kann. Praktisch funktioniert auch das nicht so.

 

Praktisches Arbeiten

Das tragbare Auflicht Mikroskop in dieser Nikon Kamera Form ersetzt keine normale Kamera für Mundaufnahmen. Für diesen Zweck verfüge ich über eine Sanyo E6 Kompaktkamera, die mindestens 50% aller Arbeiten abdeckt. Das Mundmikroskop hier ist den Fällen vorbehalten, in denen es um die Aufdeckung feinerer Strukturen geht, wie z.B. Spalten, Verfärbungen und Brüchen der Zähne und Materialien im Mund. 

Aus einem bequemen Abstand von ungefähr 20 cm entstehen die Aufnahmen, wie die aus der Collage oben. Dazu wird das Objektiv fest auf den größtmöglichen Vergrößerungsabstand eingestellt (Schärfe auf "Fern"), die Blende auf 16 festgelegt, die Kamera in den "M" (wie Manual) Modus mit der Vorgabe von 1/60 Sekunde Belichtung und Zwangsblitz versetzt. Das Fotografieren besteht am Patienten nur darin, im optischen Sucher durch das Finden des genau richtigen Abstandes den gewünschten Schärfepunkt zu wählen und abzudrücken. Und da alle Vorgaben bei dieser Kamera und Objektiv Kombination immer gleich sind, und die Kamera sich die Einstellungen auch "merkt", ist die Anwendung des "Mikroskops" am Patienten viel einfacher, als bei vielen anderen Kameratypen. Anschalten, mit der Entfernung fokussieren und abdrücken, das ist es. Natürlich hat diese Kamera eine Einschaltverzögerung und insbesondere eine Belichtungsverzögerung im nicht mehr wahrnehmbaren Bereich. So machen Makroaufnahmen Spass.

Kosten

Erstaunlicherweise bewegen sich die Gesamtkosten in einem sehr anwenderfreundlichen Bereich. Den Kamerakörper gibt es unter 400 Euro, ein gebrauchtes 105er Makro ist für 200 zu haben und der einfache Ringblitz liegt bei 100. Nach meiner Erfahrung ist es eher Unsinn, in automatische Fokussierung und Belichtung zu investieren. Die Tiefenschärfe bei dieser Vergrößerung liegt im Millimeterbereich. Das heißt, dass man sich als Fotograf ohnehin festlegen muss, wo genau der Schärfepunkt liegt. Da ist eine Automatik schnell überfordert. Und belichtungstechnisch ist das einzig Wünschenswerte mehr Licht. Der Ringblitz hier reicht bei Vollgas gerade aus, um bei Blende 16 die Belichtung zu gewährleisten. Besser wären aber noch 2 Blendenstufen mehr, also die 4-fache Lichtleistung. 

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