Interessantes Medikament gegen starke Dauerschmerzen

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Response of neuropathic trigeminal pain to the combination of low-dose nalbuphine plus naloxone in humans

Abstract

We report on the response of medically refractory neuropathic trigeminal pain in three patients to intravenous administration of a combination of the kappa-partial agonist opioid nalbuphine and the opioid antagonist naloxone. Each of the three patients had developed a painful peripheral neuropathy as a complication of chemical or mechanical injury to the trigeminal nerve. Each patient had been tried on a number of analgesics, including mu-opioids, and had not gained relief or was not able to tolerate side effects of the medications. Pain intensity was measured for 3 h following drug administration using a 10 cm visual analog scale. All three patients reported marked decrease in pain following administration of the nalbuphine and naloxone combination. These findings suggest a novel approach to the management for neuropathic pain.

 

Deutsch

Nalbuphin heißt das Medikament und wirkt wie alle Opioide auf die sogenannten kappa und mü Opioidrezeptoren im Hirn. Die kappa Rezeptoren werden durch Nalbuphin angeregt (agonist), die mü Rezeptoren dagegen gebremst (antagonist). Der Patient erlebt bei der intravenösen Zufuhr von Nalbuphin eine sofortige Schmerzausschaltung, aber keine Euphorisierung wie beim Morphium. Deshalb fällt Nalbuphin auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Im obigen wissenschaftlichen Bericht haben sich Fachleute aus der Zahnmedizin, der Anästhesiologie und Neurologie zusammengesetzt und die Wirkung einer Kombination aus 5mg Nalbuphin und 0,4 mg Naloxone  an schwer leidenden Patienten mit neuropathischen Schmerzen des Trigeminus erprobt. Die Wirkung zeigt sich in der Grafik. Praktisch sofort nach der Gabe der Wirkstoffe sinkt der Dauerschmerz zwischen 3 und 7 von 10 auf Werte unter 2. Die Wirkung hält bei einem von 3 Patienten 2 Stunden an, bei 2 anderen erheblich länger. Laut den Autoren des Berichts wirkt diese Kombination besser und länger bei Frauen als bei Männern. Der Grund ist nicht bekannt. Bei der Neuropathie des Trigeminus überwiegt der Anteil weiblicher Patienten der von Männern weit. Klingt wie ein Fingerzeig.

Bedeutung

Nalbuphin ist sicher nicht das Allheilmittel chronischer Schmerzen. Das wird schon daran erkennbar, dass grob kalkuliert alle 3 Stunden das Medikament in die Vene gespritzt werden müsste. Es ist aber ein Notnagel für den nicht kleinen Anteil von Neuropathikern des Trigeminus, bei denen alle “normalen” Mittel versagen und die mit Dauerschmerzen über 5 zurecht kommen müssen. Diese könnten sich mit Nalbuphin zumindest Schmerzpausen verschaffen.

3 Replies to “Interessantes Medikament gegen starke Dauerschmerzen”

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Joachim Wagner,

    ich habe mir Anfang des Jahres auf eine Speicheldrüse in der Unterlippe gebissen.
    So entstand eine Speichelretentiondzyste.
    Diese wurde von meinem Mund Kiefer Gesichts Chirurgen entfernt.
    Beim Zunähen der Öffnung, stach der Operateur die danebenliegende Speicheldrüse an und verletzte sie. Da auch nun der Ausgang dieser Speicheldrüse vernarbte, konnte der Speichel nicht mehr durch ihren Ausgang abfließen. Es entstand wieder eine Retentionszyste.
    Die Operation war trotzdem unproblematisch gelaufen. Es waren vielleicht 3 Stiche und eine gute Wundheilung.(Am nächsten Tag konnte ich ohne Probleme essen).
    Trotzdem überwies der MKG Chirurg mich ins Krankenhaus. Er meinte, dass die dort vielleicht mehr Erfahrung mit dieser Operation haben.

    Dort sollte die kleine Zyste wieder entfernt werden.
    Der MKG Chirurg schnitt sehr großzügig in meine Unterlippe bis unten an das Zahnfleisch der Zahnreihe. Er entfernte einfach 2 Drüsen. Auch eine tieferliegende.
    Er meinte, dass sie auch etwas dicker gewesen sei. Alle meine Speicheldrüsen sind etwas dicker, weil ich eine sehr füllige Unterlippe habe.Deswegen habe ich auf die ganz oben an der Lippe ja auch so doll draufgebissen.
    Das heißt noch lange nicht, dass man alle entfernen muss!!!
    Nur die, die richtige Retentionszysten sind, weil dort der Speichel nie wieder
    richtig abfließen kann und durch die ewige Stauung eine Entzündung entsteht.
    Er hat alles entfernt und auch gleich noch einen großen Strang Gewebe(?????????)!
    mit…. wenn man schon mal dabei ist!!
    Am Ende hat er gesagt: schade! Ich habe nur 19 Stiche geschafft… eigentlich sollten es 20 werden.😳😳😳😵
    Und alls er mir die kleine Zyste zeigte,hing ein langer Streifen Gewebe daran.
    Ich bin kein MKG-Chirurg (obwohl ich mittlerweile doch schon ein Online Studium absolviert habe). Aber dieses Stück Gewebe machte mich nervös.
    Beim Wundverschluss hatte er dann auch Probleme, weil er zu wenig Haut hatte.
    Er musste etwas ziehen(sagte er).
    Am nächsten Tag war meine Unterlippe stark geschwollen und tief blau und es spannte. Eine dicke, Taube Narbe blieb!!!!
    Das Schlimmste: der starke, brennende Schmerz!
    Ich ging nach ein paar Tagen wieder ins Krankenhaus und bekam Antibiotikum.
    Der Schmerz blieb.

    Meine Unterlippe war nun eingeschränkt gefühlsfähig….und sie brannte und brannte wie Feuer.
    Die Ärzte meinten es würde sich sicher noch bessern und ich solle die Tramal Tropfen nehmen.
    Ich machte einen Termin beim Chef der Klinik MKG Heidberg. Er wollte den Nerv vereisen, damit der Schmerz weg ist. Eine Taubheit in der Hälfte des Kiefers müsste ich dann in Kauf nehmen.
    Ich bat um ein Gespräch in der Heidbergklinik bei einem Neurologen, bevor ich mir das halbe Gesicht lahm legen ließe … Ich bekam einen Termin in 2 Monaten😱.
    Über Kontakte kam ich an einen Termin am nächsten Tag. Der Neurologe in der gleichen Klinik riet mir dringlichst von der Vereisung ab, wegen Phantom Schmerzen…
    Ich was verwirrt. Also suchte ich nach weiteren Meinungen ..

    Und jetzt die Kurzfassung: ca.8 weitere MKG Chirurgen ,die Uni Klinik Hamburg, Bundeswehr Krankenhaus, 2 Neurologen, ein selbstbezahltes MRT, eine Nervensonographie, eine 2 wöchige Heilanästhesie im Krankenhaus. Das Antibiotikum Clindamicin(davon bekam ich eine schwarze Zunge die für 2 Tage leicht brannte).

    Das Universitätsklinikum Heidelberg. Der Prof. wollte da nichts entscheiden…

    In der Charité Berlin bei Prof. Heiland. Ein sehr netter Mann, er schickte mich zur Akupunktur. Wenn das nicht funktionieren würde, würde er vielleicht eine Neurolyse machen und den Nerv noch einmal freilegen und die dicke Narbe entfernen…

    Ich habe diese Termine bei den Professoren alle selbst bezaht(bin Kassenpatient).

    6 Wochen in der psychosomatischen Abteilung in der Schönklinik, weil es erst mit Wartezeit einen Platz in der Schmerklinik gab).und ich mittlerweile mit meiner eingeschränkt gefühlsfähigen Lippe auch nur noch eingeschränkt lebensfähig war!!!
    Ich habe übrigens eine wunderbare Familie( 2Kleine Kinder
    , mein liebster Mann).
    Die jetzt alleine klarkommen mussten…..

    Tramadol,Gabapentin 1800 mg, Lyrica 400 mg, Lorazepam zur Beruhigung,Amitriptilyn 75 mg,Oxygesic 60 mg, Sertralin. Versatispflaster.
    Ein dreiwöchiger Aufenthalt in der Schmerzklinik Kiel( soll ja die Beste sein). Die sagten mir nur, dass es nie wieder weggehen kann und ich Oxycodon nehmen soll.
    Meine Angst vor Toleranz (bin erst 33,habe noch ein paar Jahre vor mir) interessierte dort niemanden.

    Oxygesic hilft vielleicht ein bisschen, obwohl vielleicht auch nur, weil ich dadurch total benebelt bin.( könnte dann auch Schnaps trinken. Ist günstiger und kommt am Ende das Gleiche bei raus: ein Zombi.)
    Was ich vergaß…. nach den Tramadoltropfen und dem Antibiotikum am Anfang meiner Medikamentenkarriere, stellte sich noch ein quälendes Mundbrennen ein.
    Es ist auf der Zunge und im Gaumen. Beim Essen besser und gegen Abend schlimmer.
    Eben ein perfektes Burning Mouth Syndrom.
    Ich habe keinen Eisenmangel, kein Vitamin B Mängel, keine Autoimmunkrankheit, keine Menopause, keine Mundtrockenheit…nichts… aber mein Mund brennt wie Feuer!!!!
    Kommt es nun durch den verletzten Trigeminusnerven(die Ärzte meinen, es könnte nicht sein, weil es im gesamten Mundraum ist. Bei Verletzung des rechten Trigeminusverven, dürfte eigentlich nur die Rechte Gesichtshälfte betroffen sein…
    Ich habe im Internet recherchiert und einige Leidengenossen gefunden bei denen es auch im gesamten Mundraum ist…..

    Ich kann so nicht leben. Meine Lippe brennt, meine Zunge, mein Gaumen… Schmerscala …. bis 10.
    Ich hatte mal ein verdammt schönes Leben? Jetzt warte ich jeden Tag dass er endlich vergeht und ich schlafen kann. Durch den Medikamentencocktail kann ich verdammt gut schlafen. Ach nein momentan mache ich ja einen Oxygesicentzug, weil ich es zwei Wochen ausprobieren wollte und jetzt schon total abhängig bin… körperlich. Heftigste Entzugserscheingen. Also in ganz kleinen Schritte. Dauert so 8 Wochen..
    Haben sie vielleicht noch einen Tipp für mich?
    Clonazepam lutschen? Werde ich dadurch körperlich schon abhängig?
    Alpha Liponsäure?
    Carbamazepin( habe ich mich noch nicht getraut wegen Nebenwirkungen und ist ja eigentlich gegen einschießende Schmerzen, würde aber langsam alles probieren.
    Die Ärzte in der Psychsomatik haben gesagt, dass es keine Medikamente gibt, die man ewig nehmen kann. Ich solle ein Leben im Schmerz führen…. Damit kann ich nicht leben… Ich finde ihre Seite wirklich toll!!!!!!!!! Vielen Dank dafür

  2. P.S. Wie med. Cannabis eine Option.
    Sativex Spray und Dronabinoltropfen habe ich mir schon mit einem Privatrezept gekauft… habe mich noch nicht getraut, es auszuprobieren.
    Ein Rezept für Blüten würde mir meine Hausärztin wegen des starken Leidensdruckes auch ausstellen. Der Gedanke mein ganze Leben mit Cannabis zu verbringen, ist irgendwie angenehmer, als der Gedanke ein Opioidgzombie zu bleiben. GlG

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