Es gibt neuropathischen Husten, Behandlungsempfehlung: Amitriptylin

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In den USA wird  pro Jahr 29 Mio mal ein Arzt aufgesucht, weil der Patient unter Husten leidet. Chronischer Husten kann bedingt sein durch Asthma, COPD, eosinophile Bronchitis, Bronchiectasis, in den Rachen laufendes Sekret, und gastroesophagealen Reflux. Dauerhusten ist aber auch das Hauptsymptom von sensorisch-neuropathischem Husten (engl. sensory neuropathic cough).
 Die Diagnose wird dadurch gestellt, dass alle anderen Ursachen untersucht und ausgeschlossen werden. Wenn also ein trockener „Reizhusten“ vorliegt, der durch die obigen Ursachen nicht erklärt werden kann, dann handelt es sich um sensorisch-neuropathischen Husten. Die nachfolgende Studie zeigt klar, dass ein solcher Reizhusten am besten mit den bekannten Trizyklika Amitriptylin, Desipramin, Doxepin und dem Antiepileptikum Gabapentin behandelt werden kann. Das wiederum berechtigt zur Annahme, dass dieser Husten von einer zu überempfindlichen Sensorik herkommt und damit neuropathischen Ursprungs ist.
. 2015; 3: e816.
Published online 2015 Mar 3. doi:  10.7717/peerj.816
PMCID: PMC4358635
PMID: 25780768

The use of neuralgia medications to treat sensory neuropathic cough: our experience in a retrospective cohort of thirty-two patients

Academic Editor: Kevin Black

Abstract

Objective. This study sought to: (1) quantify response rate and efficacy of amitriptyline, desipramine, and gabapentin in treating sensory neuropathic cough; and (2) describe an efficient treatment protocol.

Study Design. This study is a retrospective case series.

Methods. Persons diagnosed with sensory neuropathic cough during a one-year period were potential study candidates. To bolster the diagnosis credibility, only persons who had been treated elsewhere for gastroesophageal reflux disease, asthma, and allergy with no reduction of cough were included. Upon diagnosis of sensory neuropathic cough, each person was treated with either amitriptyline, desipramine, or gabapentin, titrating the dose upward to desired benefit or the dose limit. If the benefit was insufficient, another of the medications was used next, using a similar dose escalation strategy. Data points included patient demographics, initial and final medication, final dose, and degree of improvement.

Results. 32 patients met the diagnostic and inclusion criteria and had a complete data set. 94% (30 of 32) of the patients responded to at least one of the medications. The 32 patients undertook a total of 45 single-medication trials. Patients reported symptom relief during 78% (14 of 18) of amitriptyline trials, 73% (11 of 15) of desipramine trials, and 83% (10 of 12) of gabapentin trials. At final dosage, symptom reduction averaged 77% on amitriptyline, 73% on desipramine, and 69% on gabapentin.

Conclusion. Amitriptyline, desipramine, and gabapentin appear to vary in their effectiveness for individual cases of sensory neuropathic cough; across a whole cohort, symptom relief was similar in frequency and degree on any of the three medications. More evidence is needed to demonstrate more convincingly the effectiveness of these medications, but this data set suggests that each of these three medications deserves consideration in the codified treatment protocol presented here.

Keywords: Cough, Amitriptyline, Gabapentin, Treatment, Sensory neuropathy, Neuralgia, Desipramine

3 Replies to “Es gibt neuropathischen Husten, Behandlungsempfehlung: Amitriptylin”

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,
    ich habe seit 4 Jahren das „Vergnügen“ eines idiopathischen persistierende Gesichtsschmerzes. Natürlich inclusive diverser Zahnbehandlung inclusive WF und WSR…. Ihre Seite zahnfilm begegnetet mir leider zu spät. In meinem Fall ist der Dauerschmerz mit einem dauerhaften Eitergeschmack verbunden. Wenn ich den Geschmack durch scharfe Bonbons, Teebaumöl o.ä. übertünche, wird auch der Schmerz weniger (jeder behandelnde Arzt schaut mich bei dieser Äußerung an, als wenn ich irre wäre)! Der Schmerz sitzt in der Region 17, der Geschack kommt aus dem Unterkiefer. Lange Zeit hielt ich ein Unverträglichkeit der Füllungen 46 und 47 für die Ursache, mittlerweile ist klar das die Position der Zunge ausschlaggebend ist. So verrückt wie es sich anhören mag: wenn die rechte Zungenseite im Mundboden liegt ist der Geschack unerträglich. Verlagere ich die Zunge an den Gaumen oder die andere Seite, wird der Geschmack (und somit auch der Schmerz) sofort weniger.
    Trotz diverser Untersuchungen (MRT CT) und unterschiedlichster Fachrichtungen (Zahnarzt, HNO, MKG, Neurologe) gibt es keine Erklärung für den Eitergeschmack. Meine Zahnhygiene ist vorbildlich (auch gerne genommen: putzen Sie sich auch ordentlich die Zähne?…)
    Da Geschmack und Schmerz zusammenhängen, bin ich ausgesprochen verunsichert. Medikamente (Pregabalin, Amitriptylin, Gabapentin) haben nicht zu einer Veränderung geführt.

    Falls Sie hierzu eine Idee oder Anmerkung haben sollten, wäre ich Ihnen unglaublich verbunden!!!
    Ihre Ärzte-nervende-nie-aufgebende
    Claudia Moroni

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