Psychosomatisch?

Lesen Sie auch die Artikel  Uni Münster: Myoarthropathien und Gesichtsschmerzen  und  Depression macht auch chronische Schmerzen   aus der Rubrik   Depression und Verwandtes  

 

Im Forum für die Unheilkundler  (Heilpraktiker) *) schreibt ein Patient:


 

Ich fühle mich wie 150
19.05.09  13:43 Hallo, schon seit einiger Zeit bin ich eigentlich täglich krank. Ständig ist irgendwas. Meist Rücken- oder Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darm Probleme oder einfach Abgeschlagen und Lustlos. Momentan habe ich sehr starke Magenschmerzen, verdacht auf Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Ärzte sagen es sei Psychosomatisch, aber ich kann das nicht so wirklich glauben. Wenn ich Rückenschmerzen habe und nehme eine Tramadolor Schmerztablette, dann geht es mir gut, dann merke ich erstmal wie schön es sein kann wenn man Gesund ist und nicht ständig etwas hat. Ich kann mir nicht vorstellen das es das schon war mir mit meinen 43 Jahren, dass ich mich nun den Rest meines Lebens mit täglichen schmerzen oder unwohlsein plagen muss. Da mir die Mediziner scheinbar nicht heflen können, denke ich über alternativmedizin nach. Habe davon aber überhaupt keine Ahnung. **Daher meine Frage an euch, was würdet Ihr mir empfehlen?** bzw was kommt für mich infrage? Tertius

 


Kommentar

 

Im Fertigprodukt Tramadolor findet sich nur der eine altbekannte Wirkstoff : Tramadol. 

Dazu ein Auszug aus Wikipedia zu Tramadol: Tramadol ist ein reiner Agonist und neben Meptazinol (Handelsname Meptid®) das einzige injizierbare Opioid-Analgetikum, das nicht unter das BtMG fällt. Die analgetische Potenz beträgt das 0,1-fache von Morphin. Deshalb ist die Missbrauchsgefahr gering. Typischerweise enthält eine Ampulle 50 oder 100 mg Tramadol. Bei Tramadol handelt es sich um einen nicht selektiven reinen Agonisten an den µ-,d- und ?-Opioidrezeptoren mit einer größeren Affinität an µ-Rezeptoren, was zur Dämpfung der Schmerzwahrnehmung führt. Außerdem tragen die Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin in das Neuron und die Verstärkung der Serotonin-Freisetzung zu seiner analgetischen Wirkung bei. Hieraus erklärt sich auch die antidepressive und anxiolytische Wirkung, die bei einer Schmerztherapie nicht unerwünscht ist. Auch das vermehrte Auftreten von Übelkeit wird durch die verstärkte Serotonin-Freisetzung erklärt.

Für Nichtmediziner. Tramadol wirkt ziemlich ähnlich wie  Morphium, allerdings muss man die 10-fache Dosis einwerfen, um bei Schmerzen die gleiche Wirkung zu erzielen. Bei den anderen Effekten (Stimmungshebung, Angstsenkung …) dürfte das Verhältnis ähnlich gelagert sein. Aber hier auch gleich die Warnung an potentielle Missbraucher: Tramadol ist als Heroin Ersatz wirklich ungeeignet, denn die Nebenwirkungen überwiegen schnell die Hauptwirkung.

Unser Herr Tertius aus der Geschichte oben leidet sicher nicht unter psychosomatischen (vom Kopf auf die Organe eingebildeten) Beschwerden. Er leidet unter einem Tramal Mangel, das ist die offensichtliche Erkenntnis hier. Damit möchte ich andeuten, dass die "täglichen Schmerzen und das Unwohlsein" keine Einbildung darstellen, sondern durch eine Verschiebung in der Zusammenarbeit bestimmter Signalwege in der Rübe des Herrn Tertius bewirkt werden.

 

*)  In dieser Story kommt auch eine Heilpraktikterin vor, nicht zu ihrem Vorteil.

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