Berliner, wahrscheinlich Neuropathie – was jetzt?

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  • #3437
    Rafael
    Teilnehmer

    Hallo allerseits!

    Ich bin männlich, 25 Jahre, hier in aller gebotenen Kürze mein Fall:

    Mit etwa 12 Jahren am 24er Druckschmerzen nach Füllung, Füllung wird (ohne wirksame Anästhesie!!) erneuert, nach einem halben Jahr ganz schlimme Schmerzen, Notzahnarzt findet nur am 23er etwas, nach Betäubung und Behandlung keine Schmerzen mehr – Jahre später wird festgestellt: 24er ist abgestorben.

    Mit 20 Jahren Umstellungs-Osteotemie in OK und UK nach ausführlicher KO-Behandlung (div. Zahnspangen, Weisheistszähne und 15,25 wurden entfernt).

    Mit 24 relativ umfangreiche ‚Generalsanierung‘ (einige Füllungen, WKB am 37er, WSR am 24er (oh, der ist ja tot und entzündet!)) – Abschluss um Februar 2012.

    Seit November 2012, chronische Schmerzen im Bereich 24 bis 27 (vor allem 24er), schwankt qualitativ zwischen Brennen, Drücken, Kribbeln und klassischem Zahnschmerz. Keine Störung der Nachtruhe, Vormittag tendenziell besser als Abend. Keine Schmerzen während des Essens. Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol bringen nix. Röntgenbefunde (inklusive Panorama und DVT) negativ, Sensitivtätstests (Wärme, Kälte, Klopfen) ebenso. Besuch beim HNO-Arzt ohne Ergebnis. Erster Behandlungsansatz: Schiene (Diagnose: Okklusion ist links gut und rechts schlecht, mglw. Zähnepressen durch Stress -> Überbelastung der linkseitigen Kiefermuskulatur) – keine Besserung. Nach langem hin und her wurde außerdem der 27er wurzelbehandelt (hatte schon eine tiefe Füllung, schlug bei Kältetest doch spürbar schneller an als sein Nachbar) – keine Besserung. Seitdem Physiotherapie – tut gut, ändert leider wenig an den Schmerzen. Nach eigener Recherche fühlte ich mich in entsprechenden Aufsätzen von Türp zur atypischen Odontalgie gut charakterisiert und meine aktuell (ich habe einige Umzüge hinter mir…) behandelnde Zahnärztin hat nach einem diesbezüglichen Hinweis von mir zugestimmt, es mit einer Lokalanästhesie als quasi Schlusspunkt der Behandlung zu probieren (noch ausständig). Ansonsten steht sie meinen ‚könnte doch von den Nerven kommen‘-Ansätzen eher skeptisch gegenüber.

    Ansonsten: Die Schmerzen sind in gewisser Weise erträglich, beherrschen und blockieren allerdings große Teile meines Alltags, insbesondere mein Mathematikstudium. Ich kann mittlerweile sicherlich schon besser damit umgehen als zu Beginn, Dauerlösung ist das aber eher keine. Und die gute Nachricht: Abgesehen von den Schmerzen sind meine Zähne/meine Zahnstellung grade wohl richtig gut in Schuss!

    Meine Bitte: Ich lebe derzeit in Berlin und würde mich sehr freuen, wenn mich jemand auf einen Arzt/eine Ärztin verweisen könnte, die mit solchen Fällen Erfahrung hat. Ansonsten bin ich auch für Vorschläge zur weiteren Therapie (Medikamente?, Osteopathie?, Psychlogoische Betreuung?, …?) oder überhaupt ein bisschen Zuspruch sehr dankbar!!

    Beste Grüße,
    Rafael

    #3456
    Joachim Wagner
    Teilnehmer

    Hallo Rafael, Sie schrieben:

    Ich bin männlich, 25 Jahre, hier in aller gebotenen Kürze mein Fall:

    Mit etwa 12 Jahren am 24er Druckschmerzen nach Füllung, Füllung wird (ohne wirksame Anästhesie!!) erneuert, nach einem halben Jahr ganz schlimme Schmerzen,
    — Höhepunkt der Pulpitis

    Notzahnarzt findet nur am 23er etwas,
    — Blödi

    nach Betäubung und Behandlung keine Schmerzen mehr – Jahre später wird festgestellt: 24er ist abgestorben.
    — war klar.

    Mit 20 Jahren Umstellungs-Osteotemie in OK und UK nach ausführlicher KO-Behandlung (div. Zahnspangen, Weisheistszähne und 15,25 wurden entfernt).

    Mit 24 relativ umfangreiche ‚Generalsanierung‘ (einige Füllungen, WKB am 37er, WSR am 24er (oh, der ist ja tot und entzündet!)) – Abschluss um Februar 20Za
    — Sie gehen anscheinend aber auch gerne zum Zahnarzt, wenn ich mir das so angucke.

    Seit November 2012, chronische Schmerzen im Bereich 24 bis 27 (vor allem 24er), schwankt qualitativ zwischen Brennen, Drücken, Kribbeln und klassischem Zahnschmerz. Keine Störung der Nachtruhe, Vormittag tendenziell besser als Abend. Keine Schmerzen während des Essens. Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol bringen nix.
    — Jou. Alles im Neuropathie Bereich würde ich sagen.

    Röntgenbefunde (inklusive Panorama und DVT) negativ, Sensitivtätstests (Wärme, Kälte, Klopfen) ebenso. Besuch beim HNO-Arzt ohne Ergebnis. Erster Behandlungsansatz: Schiene (Diagnose: Okklusion ist links gut und rechts schlecht, mglw. Zähnepressen durch Stress -> Überbelastung der linkseitigen Kiefermuskulatur)
    — der Gnathologie Schei.. hat doch schon einen so langen Bart. Nur nicht bei den Kollegen. Aber die interessiert ja auch nicht, was, wie und wie stark wirklich etwas weh tut.

    – keine Besserung.
    — logisch

    Nach langem hin und her wurde außerdem der 27er wurzelbehandelt (hatte schon eine tiefe Füllung, schlug bei Kältetest doch spürbar schneller an als sein Nachbar) – keine Besserung.
    — war eh klar.

    Seitdem Physiotherapie – tut gut, ändert leider wenig an den Schmerzen. Nach eigener Recherche fühlte ich mich in entsprechenden Aufsätzen von Türp zur atypischen Odontalgie gut charakterisiert und meine aktuell (ich habe einige Umzüge hinter mir…) behandelnde Zahnärztin hat nach einem diesbezüglichen Hinweis von mir zugestimmt, es mit einer Lokalanästhesie als quasi Schlusspunkt der Behandlung zu probieren (noch ausständig). Ansonsten steht sie meinen ‚könnte doch von den Nerven kommen‘-Ansätzen eher skeptisch gegenüber.
    — Zahnärzte setzen sich mit dem Trigeminus normalerweise nur einmal auseinander: zum Physikum (= Prüfung mitten im Studium). Danach gibt es den gesichtsnerv nicht mehr. DAS IST KEIN SCHERZ.

    Ansonsten: Die Schmerzen sind in gewisser Weise erträglich, beherrschen und blockieren allerdings große Teile meines Alltags, insbesondere mein Mathematikstudium. Ich kann mittlerweile sicherlich schon besser damit umgehen als zu Beginn, Dauerlösung ist das aber eher keine. Und die gute Nachricht: Abgesehen von den Schmerzen sind meine Zähne/meine Zahnstellung grade wohl richtig gut in Schuss!
    — Dann lassen Sie es die nächsten 20 Jahre, wie es ist.

    Meine Bitte: Ich lebe derzeit in Berlin und würde mich sehr freuen, wenn mich jemand auf einen Arzt/eine Ärztin verweisen könnte, die mit solchen Fällen Erfahrung hat. Ansonsten bin ich auch für Vorschläge zur weiteren Therapie (Medikamente?, Osteopathie?, Psychlogoische Betreuung?, …?) oder überhaupt ein bisschen Zuspruch sehr dankbar!!
    — Bei der Stärke 3 von möglichen 10 rate ich grundsätzlich zur zurückhaltenden Behandlung. Also keine Psychopharmaka. Die Osteopathen ordne ich in die Placebo Behandlung ein. Das bitte ich nicht falsch zu verstehen: Immerhin machen die nichts falsch, was im Zusammenhang von neuropathischen Schmerzen alles andere als eine Kleinigkeit ist.

    — Viele Grüße

    #3481
    Rafael
    Teilnehmer

    S.g. Herr Wagner,

    vielen Dank für die Infos!

    Ein kurzes Update von meiner Seite: Ich wurde nun von meiner Zahnärztin auf die Schmerzklinik der Charite ( http://anaesthesie.charite.de/patienten/schmerztherapie/ ) überwiesen, muss da allerdings noch auf einen Termin warten. Schon allein das Ausfüllen des für die Anmeldung nötigen Schmerzfragebogens war eine Wohltat. Ich hab mich so verstanden gefühlt! Therapeutische Lokalanästhesie mit Ultracain ohne Adrenalin war ohne nennenswerten Effekt. Außerdem habe ich einen nette Apotheke gefunden, die mir ein Capsaicin/Lidocain Gel zusammenmixt, hab’s allerdings noch nicht erhalten.

    Ich bin jedenfalls guter Dinge, in den nächsten Wochen auf irgendetwas/irgendjemanden zu stoßen, der/die/das mir helfen kann.

    #3486
    Daniela
    Teilnehmer

    Hallo Rafael

    leider wohn ich nicht in Berlin sondern in HH da kööönt ich Dir jetzt schon eine Latte an Ärzten nennen;)
    Aber die Überweisung zur Charite hört sich doch schon mal gut an…
    eine Frage habe ich zu Deinem:Capsaicin/Lidocain Gel
    Du bist also einfach zur Apotheke und meintest das Dir da was anmischen sollen?
    Welche Stärke hast Du denn da bekommen so ohne Rezept?

    Und wie wendest Du es an? Auf die Zähne schmieren oder nur außen am Gesicht etc?

    lg daniela

    #3490
    Rafael
    Teilnehmer

    Hallo Daniela!

    Ich habe der Apothekerin gesagt, dass ich gerne Capsaicin in der Dosierung 0.025% (nach dem Algorithmus von Türp http://www.dental-pharma.de/content/download/forummeddent/2008_Therapeutische_Lokalansthesie.pdf ) für die Mundschleimhaut hätte. Sie meinte dann, sowas würde es am Markt nicht geben, aber sie könnte es wohl zusammenstellen. Außerdem wäre es wohl einfacher, es direkt mit einem anderen Mittel zu kombinieren und da war natürlich etwas Lidocain-haltiges die erste Wahl. Ich hab das Endprodukt allerdings noch nicht erhalten. Mal sehen.

    Zur Anwendung: Meine EMLA Creme (siehe http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1079210498903936 ) appliziere ich derzeit so zwei/dreimal täglich in der Mundhöhle am Übergang von Zahnfleisch und Lippe (senkrecht zu dem ‚Problemzahn‘). Ich denke, dass ich so auf die peripher betroffenen Nerven den höchsten Effekt erziele.

    Lg,
    Rafael

    #9634
    Selende
    Teilnehmer

    Hey Rafael,

    Ich habe leider einen ähnlichen Leidensweg und wollte fragen, wie es dir heute geht? Hat Dir irgendwas geholfen?

    Liebe Grüße

    #9635
    Selende
    Teilnehmer

    Hey liebe Daniela,

    Ich komme aus Hamburg und habe das selbe Problem wie Rafael. Könntest du mir eventuell Ärzte nennen, die mir hier helfen können?

    Vielen Dank
    Liebe Grüße

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