Neuropathische Schmerzen?

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  • #9720
    michi85
    Teilnehmer

    Hallo zusammen, guten Tag Herr Wagner,

    gerne möchte ich kurz meine Leidensgeschichte skizieren, um im Besten Fall Meinungen/ Ideen, insbesondere zum weiteren Vorgehen, zu erhalten.

    Dezember2020:
    – im Dezember ist mir am Zahn 26 eine Füllung am Zahn 26 rausgebrochen, der Zahnarzt stellte Karies unter der Füllung fest und begann die Kariesbehandlung, zu Hause angekommen, entwickelten sich sehr starke Zahnschmerzen, der Zahnarzt hatte schon gesagt, dass der Karies nahe am Dentin liege, eine Wurzelbehandlung wurde begonnen, durch die Behandlung erhielt ich keine Schmerzfreiheit, so dass der Zahn nach einigen Wochen gezogen wurde, die Extraktion dauerte fast zwei Stunden, der Zahn sei mit dem Kiefer verwurzelt gewesen, es bildete sich eine trockene Alveole bzw. Wundheilungsstörungen, täglicher Streifenwechsel, Schmerzen blieben, enormer Druck im Kiefer

    Es folgten mehrere Termine bei verschiedenen Fachärzten (HNO, Kieferchirurge etc.) Ein Arzt aus der MKG empfahl mir dann die neurologische Abklrärung

    Februar: 2021
    – Stationärer Klinikaufenthalt auf der Neurostation, Einstellen auf Pregabalin und Novalgin, außer starke Nebenwirkungen veränderte sich der Schmerzzustand nicht, auf dem MRT war eine Sinuitis maxillaris an der Kieferhöhle, gleiche Seite/ Stelle zur Zahnextraktion zu erkennen

    März 2021
    – stationärer Klinikaufenthalt MKG, Eröffnung der Kieferhöhle unter Vollnarkose, gleichzeitige Entfernung des Weisheitszahnes links oben, in der Kieferhöhle wurde eine eitrige Entzündung festgestellt. Nach einer Woche kam der Schmerz im Kieferbereich zurück

    Mitte März:
    – nun plötzlich starke Schmerzen im Zahn 46, Aufbissschmerzen und pulsierende Schmerzen, an diesem Zahn hatte ich im Nov. 2020 eine Kariesbehandlung, die Karies war wohl klein, aber auch wieder Pulpanah, es erfolgte eine Wurzelbehandlung, wieder das gleiche Spiel, Wurzelbehandlung führte nicht zur Schmerzfreiheit, im Gegenteil, Schmerzen wurden nach jedem Eingriff eher schlimmer, so dass der Zahn ebenfalls entfernt wurde (auf 3D- Bild fand man vierten Kanal, der verkalkt gewesen sei), auch hier entwickelte sich wieder eine Wundheilungsstörung, der Knochen lag frei, der Kieferchirurg führte eine plastische Deckung durch, bis heute weiterhin starke Schmerzen, es fühlt sich an, als sei ein Knoten im Zahnfleisch, sprich wie eine Art Verkrampfung, diese zieht bis vorne zu den unteren Schneidezähnen.

    In der Zwischenzeit wechselte ich den Zahnarzt, der dann einige kariöse Stelle fand, die behandelt wurden. Der Zahn 15 schmerzte und wurde dann auch Wurzelbehandelt, wieder exakt das gleiche Spiel, die Behandlung schlug nicht an, der Schmerz wurde nicht besser, im Mai erfolgte ein WSR, die die Schmerzen stark verschlimmerten.

    Im Grunde tut nun mein ganzer Mundraum weh, auch wenn eine Stelle meist mehr schmerzt oder sich der Schmerz über die anderen setzt. Am schlimmsten sind de Schmerzen am Zahn 15, Schmerzskala 8, nach der Extraktion lassen sich die Schmerzen besser aushalten und verändern sich. Oft sind die Schmerzen im/ über Zahn 15 so stark, dass ich damit hadere mir diesen ebenfalls ziehen zu lassen. Allerdings vermute ich, dass es nichts bringt.

    Nun möchte ich mich wieder medikamentös einstellen lassen. Von einem neuropathischen Schmerz ist auszugehen, oder? Ich bin eine Zeit lang wieder davon ab, da oft eine Erklärung für die Schmerzen geliefert wurde (Kieferhöhlenentzündung, verkalkter Kanal), aber die Schmerzen bleiben ja weiterhin.
    Ab wann sollte eine Implantation, sprich die Versorgung der fehlenden Zähne erfolgen?
    Ich würde gerne eine Schmerztherapie beginnen. Wer hat damit gute Erfahrungen gemacht? Was hat geholfen?

    Ich würde mich über Antworten/ einen Austausch freuen.

    Viele Grüße,

    Michi

    #9721
    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo Michi,

    tut mir sehr leid, dass auch Du von Gesichtsschmerzen betroffen bist. Leider klingt es in der Tat so, als würde dir dein Trigeminus das Leben schwer machen. Ein „Heilmittel“ gibt es leider nicht, mit trizyklischen Antidepressiva (Amitriptylin), Antikonvulsiva etc. kann man die Schmerzen eventuell etwas lindern. Das dauert aber eine Weile und ist oft mit vielen Nebenwirkungen verbunden. Man hat dann zwar möglicherweise weniger Schmerzen, dafür aber andere Probleme wie Albräume, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Gewichtszunahme, und und und. Das war zumindest bei mir so, andere hatten vielleicht bessere Erfahrungen gemacht. Ein Neurologe ist der beste Ansprechpartner für den „anhaltenden idiopathischen Gesichtsschmerz“, wie er genannt wird.
    Wenn du zweifelst ob es der Zahn oder der Trigeminus ist, rate ich einfach zu einem Test mit einem üblichen Schmerzmittel. Sollte der Schmerz weniger werden, ist es höchstwahrscheinlich dein Zahn. Sollte sich gar nichts ändern, dann kannst du nur abwarten. Außerdem, je länger deine Schmerzen andauern, desto unwahrscheinlicher ist es, dass dein Zahn dafür verantwortlich ist. Solltest du nachts halbwegs schlafen können, ist es ebenfalls nicht der Zahn.
    Weitere Tipps: Sieh dir dein Röntgenbild an, wie tief sind deine Füllungen, wie sehen deine Wurzelbehandlungen aus. Wenn du eine kleine Füllung hast, ist es ebenfalls sehr unwahrscheinlich, dass sich gerade dieser Zahn entzündet. Zahnärzte machen dann eine Wurzelbehandlung, die das ganze nur noch schlimmer macht. Lass dir also von einem Arzt erklären, warum er jetzt eine Behandlung für sinnvoll hält. Er soll dir zeigen, was an dem besagten Zahn seiner Meinung nach nicht stimmt. Für die Zukunft auch, Finger weg von einer WSR!!! Die Erfolgsaussichten einer WSR sind ohnehin ein Witz, dann lieber gleich ziehen und irgendwann ein Implantat machen lassen. Du musst dir in solch einer Situation unbedingt einen Zahnarzt suchen, der dir wirklich helfen und keine unnötigen Behandlungen andrehen will. Ich habe zum Glück einen Arzt, der mich bereits sehr oft nach Hause geschickt hat, weil mein extremer Schmerzschub nicht zahnbedingt war.
    Für dich gilt aber erstmal, nichts mehr machen zu lassen. Warte zumindest ein paar Monate ab, bis etwas Ruhe eingekehrt ist. Auch ich hatte gerade zu Beginn sehr sehr starke Schmerzen… es wird besser.

    Ansonsten, wirklich helfen, kann glaube ich nur die Zeit. Da das ganze bei dir noch sehr frisch ist, werden die Schmerzen vielleicht genauso schnell weggehen, wie sie gekommen sind.

    Alles Gute!

    Liebe Grüße

    #9722
    michi85
    Teilnehmer

    Hallo Mrs rabbit, vielen Dank für deine lieben Worte und deine ausführliche Antwort.
    Ja, ich habe jeden Eingriff mitgenommen, den es so gab und die ganze Sache dadurch verschlimmert. Aber dies ist mir jetzt erst klar, nachdem ich 2 1/2 Zähne opfern musste. Beim Neurologen war ich in der Zwischenzeit. Ich glaube die gute Dame war vorher noch nie mit dem atypischen Gesichtsschmerz konfrontiert und hat in ihrem Fachbuch nachgelesen, nachdem ich ihr von meiner Vermutung berichtet habe.
    Ich hoffe so sehr, dass die Schmerzen verschieben. Sie hatten nur seit 6 Monaten an, finde die Zeit schon recht lange. Habe hier viel gelesen und mich gut informiert, das hat mir sehr geholfen. Man sagt ja, wenn die Schmerzen naxh 2 Jahren wieder verschwinden wunderbar; danach wird es unwahrscheinlich. Wie lange schlägst du dich schon mit dem Mist rum? Medikamente habe ich bekommen, ich warte noch auf den richtigen Zeitpunkt, um zu beginnen. Den wird es wohl nur nie geben.
    Noch mal vielen Dank für deine Antwort und die Zeit die du dir genommen hast.
    Viele Grüße!

    #9723
    Painallday
    Teilnehmer

    Hallo Michi,
    auch ich habe unerklärliche Schmerzen bzw. Schmerzen die aufgrund eines Traumas entstanden sind.ich habe in einer Stresssituation an meinem Frontzahn manipuliert und gepresst.
    Ich hatte allerdings jetzt ein Jahre Ruhe. Ich hatte aktuell wieder viel Stress und vor zwei Wochen ging das ganze wieder los. Ich halte das auch kein zweites Mal aus und überlege auch mir den Zahn endlich ziehen zu lassen aber auch meine Schmerzen verändern sich immer mal wieder . Es beginnt zwar immer am Frontzahn aber zieht dann immer mal etwas nach links, mal Zahnfleisch, mal Zahn. Ich habe deswegen starke Schweißausbrüche, Übelkeit, Schüttelfrost als hatte ich einen Infekt. Wirklich sehr belastend.
    Bei mir ist es halt leider der Frontzahn, ansonsten wäre der Zahn schon lange draußen.
    Ich hatte damals folgenden Beitrag gelesen: https://www.dr-kares.de/wp-content/uploads/2020/09/Non-odontogeneZahnschmerzen.pdf.pdf

    Leider kennen sich auch bei mir kaum Zahnärzte mit nicht Zahnbedingten Zahnschmerzen aus. Alle wollen im Prinzip gleich eröffnen und eine Wurzelkanalbehandlung machen. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert da ich damals bereits hier gelesen habe, dass viele diese Erfahrungen bereits gemacht haben und es nur alles verschlimmert hat. Ich hatte damals Ami genommen und Lyrica usw aber kann jetzt im Nachhinein nicht unbedingt sagen, dass es wirklich geholfen hat.

    Ja, auch ich bin wieder nach einem kompletten Jahr Ruhe, verzweifelt.

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